Der Ober-Classe elftes Prob-Stück. Vid. Guiſeppe Valentini Opera V. Sonata VII. chiamata: la Corelli. Keiſers Soliloquia pag. 5. 6. 7. 8. 9. Elias Brunmüller Sonata III. in Amſterdam gravirt. Erlaͤuterung. §. 1. WJe wird dem Herrn Organiſten zu Muthe? Es ſieht hier ein bißgen bunt wieder aus, hat aber ſo viel nicht zu ſagen als der Herr wohl meynet. Das Ding läſt ſich halten, wenn mans nur erſt recht überſiehet; Es fällt ja alles ſo schön in die Hand, daß es eine Luſt iſt. Nur friſch daran, wer wagt, der gewinnt; Um eine Probe iſt es zu thun. Der Ton iſt ja bekandt, der Tact drey Viertel, die Claves nichts als Baß, Tenor und Alt; warum ſolte man ſich dafür fürchten? Wiewohl ich erinnere mich, der Herrſpielt nicht gern nach ge gedruckten Noten; es iſt wahr, man iſt es nicht gewohnt. Das Papier ſcheinet auch etwas durchzuſchlagen; er nehme es mit nach Hauſe und laſſe es rein, in Möhl- manns Es war ein Organiſte an der Nicolai-Kirchen alhier, dem man einige Tage zuvor die Partie oder den Baß zur Muſic ins Hauß ſenden muſte, da er ſich denn jede Note zweymahl ſo groß mahlte, als ſie ſonſt war, nur damit er ſie deſto beſſer sehen könnte; aber es halff doch nichts. Noten abſchreiben, das Ding verdient es wohl, es hats einer gemacht, von dem der Herr einſt gehöret, er könne oder wolle auch ja componiren. Mor- gen kommen wir wieder zusammen. §. 2. Also ungefehr würde ich, oder ein ander, mit einem unmuſicaliſchen Or- ganiſten reden müssen; einem andern ehrlichen Mann aber könnte zur Nachricht dienen, daß man gerne ſähe, wenn beyde Hände Tertien- auch wohl bisweilen, wo es die Harmonie erfordert, Quarten-weiß mit einander in einem Tempo die drey erſten Täcte ſpielten, da ſich denn dabey von ſelbſten äuſſern wird, wo eine 6 oder 6/4 mit zu greiffen. Unſer Abſehen vom vom vierten bis ſechsten Tact gien- ge auch wohl unmaßgeblich dahin, daß die Concentus und überstehende Species bloß in der lincken Hand blieben, die rechte aber ein wenig dazu modulirte, et- wann folgender geſtalt: So auch im erſten und andern, Item im 18. 19. und 20ſten Tact des andern Theils. §. 4. ein §. 3. existiert nicht Der ſiebende, achte und neunte Tact haben ihre gewiſſe Wege, der zehnte, elffte und zwölffte richten ſich nach dem Anfang, es ſind auch eben dieſelbe No- ten. Bis zu Ende des ersten Theils iſt ſonſt auch weiter nichts zu erinnern, als daß der achzehnte und neunzehnte Tact mit schlechten Schlägen, ohne den geringſten Zierrath, geſpielet werde. Im dritten, vierdten und fünfften Tact des andern Theils, gehet es wieder auf die zuerst beſchriebene Weise, mit beyden Händen durch gebrochene Accorte und Species; ein paar Täcte davon will ich doch auch etwas ſpecificiren, woraus das übrige nach Maßgebung des Basses, ferner zu beurtheilen seyn wird: NB.. Diß fänget vom dritten Tact des andern Theils an. Der §. 4. Der zehnte Tact des letzten Theils will in der rechten Hand mit der Sechste und Quinte ein ein ſolches Harpeggio haben, als die lincke im vorhergehenden gefüh- ret hat. Im zwölfften findet es abermahl statt. Jm dreyzehnten und vierzehn- ten auch, aber alſo: Welches Harpeggio eines der leichteſten iſt, das gefunden werden mag. §. 5. Man ſiehet nun ſolcher gestalt wohl, daß im fünff und zwantzigsten und ſechs und zwantzigsten Tact es eben auch ſo angehet, und daß im neun und zwantzig- ſten wiederum die erſte Art vorfällt. Vom vier und dreyßigſten aber bis an den acht und dreyßigsten kan die rechte Hand gar mannierlich moduliren, indem die Lin- cke alle Species abfertiget; und das möchte ohngefehr ſo angehen: Wiewohl dieſes alles niemand ſo wohl zur Vorschrifft, als zur Aufmunterung und zum Exempel dienen ſoll, damit es noch immer beſſer und wohlklingender herauskomme. Zwölff-