Der Ober-Classe viertes Prob-Stück. Erlaͤuterung. §. 1. DJe vier erſten Noten dieſer Vorſchrift ſpiele man ungebrochen, mit vier vollen, kurtzen Schlaͤgen, und auf der fuͤnfften mache man, in der unter- ſten Octav, einen ſcharffen Triller. Der folgende Tact wird abgeferti- get, wie er ſteht. Die ſechs erſten Noten aber im vierten Tact muͤſſen mit Octa- ven verdoppelt, und in der rechten Hand dieſe, im Baß gleich darauf durch Verſetzung folgende, Clausul dazu gebraucht werden: §. 2. Bey der letzten Helffte des beſagten vierten Tacts muß zu jedem Viertel ſechs mahl in der rechten Hand angeſchlagen werden, welches durchgehends bey gleichen Vorfaͤllen zu beobachten ſteht. Es ſind aber dieſe Viertel, wie zu erſehen, aus acht Noten zusammen geſetzt, oder in ſo viel Theile zerleget: welches ich deſwegen erinne- re, weil es ſonſt dem Leſer wunderlich vorkommen moͤgte, daß er auf einem eintzigen Viertel ſechs mahl mit der rechten Hand anſchlagen ſollte. Der fuͤnffte Tact will wieder Octaven, und im Diſcant obenſtehendes, durch Verſetzung, im e anzufang- endes Clausulgen haben: womit auch der ſechste und ſiebende Tact, jeder in ſeinem Ton, abwechſeln. §. 3. Der achte Tact nimmt das schon beſchriebene kleine Zwischen-Spiel drei- mahl mahl, durch ſteigende Grade, in der rechten Hand herdurch, mit doppeltem Baß, auf dieſe Weiſe: Bey dem neunten Tact faͤllt der allererſte Satz wieder ein: dabey der Diſcant leicht eine geſchickte Melodie in Achteln finden, und den Baß vollſtimmig mitfuͤhren kann. Jm zehnten Tact muß auf der erſten Note der Triller nicht vergeſſen werden; bey dem elfften aber iſt nichts zu erinnern. §. 4. Der zwoͤlffte Abſchnitt Durch den Abſchnitt wird hier nur die Tact-Abtheilung verſtanden. will im Baß vollſtimmig geſpielet ſeyn, dazu die rechte Hand alles, was im vorhergehenden Tact geweſen, wieder gebrauchen kann, wenn ſie nur aus dem g ein d machet, und ſo fortfaͤhret. Der dreizehnte Tact wird, wie er ſteht, geſchlagen: und die erſte Helffte des vierzehnten verlangt im Diſcant das kleine Zwischen-Spiel alſo anzufangen: daſſelbe wird auch in der erſten Helffte des funffzehnten Tacts, wiewol um einen Ton tieffer, koͤnnen angebracht werden, und bey dem ſiebenzehnten Tact beobach- tet man nur was § 1. erinnert worden iſt. §. 5. Nun iſt zwar § 3. angedeutet worden, wie es mit dergleichen Noten, als im ein und zwantzigſten Tact wieder vorkommen, gehalten werden koͤnne; will jemand aber hier eine Veraͤnderung machen, ſo ist es um ſo viel angenehmer zu hoͤ- ren. Man laſſe ſich aber nochmahls den Triller im zwey und zwantzigſten Tact, und zwar in der tieffen Octav, empfohlen ſeyn. Hat einer Lust dieſen Triller zu- gleich mit der rechten Hand in die Sexte zu verſuchen, so kann es nicht ſchaden. §. 6. Nun §. 6. Nun kehren wir den Satz, im drey und zwantzigſten Tact, ein wenig um, un nehmen ihn ſo in der rechten Hand, wie es die naͤchſte Tactmaſſe im Baß auf- weiſet: jedoch um eine Tertz hoͤher. Daß sich beide Saͤtze, ruͤckwerts und vor- werts, umkehren laſſen, ſolches wird zugleich hiebey ein Liebhaber des Contra-Puncts anzumercken Gelegenheit nehmen; wiewol es, ſo eigentlich auf dem Clavier her- aus zu bringen, weder unſers Vorhabens allhier ist, noch auch in allen Stuͤcken thunlich ſeyn moͤgte. §. 7. So koͤmmt denn auch, im fuͤnff und zwantzigſten Tact, der ſchlechte zu An- fang geweſene Satz wieder vor, welcher, da er ſich nun zum viertenmahl hoͤren laͤſt, billig eine Ausſchmuͤckung mit der rechten Hand verdienet. Der ſich darauf ſonſt ſchickende Gegen-Satz waͤre etwa, meiner Meynung nach, aus dem vierten Tact zu nehmen, und ſo wol vorhin, als hier, alſo anzubringen: Daraus einer ſiehet, daß dieſe Sachen keine bloſſe Grillen, leere Saͤtze, unordentliche wilde Einfaͤlle, oder auch trockene Baͤſſe ſind; ſondern, daß alles aneinander haͤnget, und faſt keine Note zu finden iſt, die nicht ihrem gewiſſen Verhalt mit den uͤbrigen habe. Wenn man nun den Gegen-Satz etwa ein paarmahl hat hoͤren laſſen, ſo mag er gar gerne, zu dritten und viertelmahl, alſo variieret wer- den. §. 8. Was im drey und zwantzigſten Tact geweſen, faͤllt hier, mit noͤthiger Ver- aͤnderung, im ſechs- ſieben- auch acht und zwantzigſten ꝛc. wieder vor. Die ſechs letz- ten Noten im dreyßigſten Tact wollen auch einen beſonderen Diſcant haben: und denn kann man den Schluß ſo ſtarck ſpielen, als es eines jeden Finger nur leiden wollen. Fuͤnff-